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Was versteht man unter „Fraise Mowing“?

  • 02/2022 INTERGREEN Report Newsletter

„Fraise Mowing“ - eine neuartige Bearbeitungs-Methode von Rasenflächen.

Bei diesem Verfahren werden große Mengen der Grasnarbe (Aufwuchs, Rasenfilz, organisches Material und Boden) in einem Arbeitsgang physikalisch entfernt (abgehobelt). Mit den speziell rotierenden Arbeitswerkzeugen lassen sich exakte Arbeitstiefen einstellen, z.B. zur Vorbereitung der Verlegung von Fertigrasen in einem Strafraum.

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Abb.1: „Fraise Mowing“ auf dem Sportplatz bedeutet Abhobeln der Rasennarbe mit der KORO FTM Einheit. Einsatz Firma Schmitt bei der Sportschule Grünberg. Foto: K.G. Müller-Beck

Das „Fraise-Mowing“ kann zur Renovierung eines Rasenbelags, insbesondere bei Sportplätzen genutzt werden. In diesem Falle (Abbildung 1) wird die Altnarbe im Strafraum bis zur Tiefe von 30 mm mit dem Univers-Rotor abgehobelt. Das abgehobelte Materialgemisch wird direkt per Förderband auf das nebenfahrende Transportfahrzeug geleitet und entsorgt.

Verbesserung des Pflanzenbestandes

Mit einer millimetergenauen Feineinstellung lässt sich das Gerät auch zur oberflächennahen Reduzierung von Rasenfilz und abgestorbenen Pflanzenteilen einsetzen (s. Abbildung 2). In diesem Fall kann sich ein Teil des vorhandenen Gräserbestandes, insbesondere bei der Wiesenrispe (Poa pratensis), aus den verbleibenden Pflanzenresten regenerieren. Der Vorteil liegt darin, dass die Bodenstruktur erhalten bleibt. Bei einer Nachsaat mit Lolium perenne gewinnt die neue Rasenarbe an Scherfestigkeit.

Mit dieser Methode gelingt es auch, einen dominanten Pflanzenbestand von Poa annua auf mechanische Weise deutlich zu schwächen und zu reduzieren.
Da sich in der Regel im obersten Bodenhorizont ein hohes Potenzial an Poa annua-Samen befindet, sollte die Bearbeitungstiefe mindestens 10 bis 15 mm betragen.

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Abb.2: Nahaufnahme des Univers-Rotors am KORO Field Top Maker (FTM).

Forschungsergebnisse

In einer noch nicht abgeschlossenen Studie von DEVON CARROLL et al. (2020), zum Einsatz von „Fraise Mowing“ zur herbizidfreien Bekämpfung von Poa annua, deuten die vorläufigen Ergebnisse darauf hin, dass das „Fraise Mowing“ eine wirksame Methode zur Verringerung der Bestände des Jährigen Rispengrases (Poa annua) sein kann.

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Abb.3: Exakte Feineinstellung am Gerät (links), führt zur sauberen Bearbeitungskante im Altbestand (rechts). Dies ist wichtig für die spätere Verlegung von Fertigrasen.

In der amerikanischen Untersuchung wurden die anfallenden Mengen des abgehobelten Materials der Altnarbe ausgewertet. Bei einer Arbeitstiefe von 25 mm ergab sich ein Volumen von etwa 1.460 m³/ha. (DEVON CARROLL et al., 2020). Die Ergebnisse zeigten auch, dass bereits bei einer Arbeitstiefe von 10 mm eine gute Reduzierung des Poa annua-Anteils möglich war.

Hinweis

Fachbetriebe der INTERGREEN-Gruppe bieten das Verfahren zum „Fraise Mowing“ an. Lassen Sie sich beraten.

Quellenhinweise
DEVON CARROLL, M.S. et al., 2020: Fraise mowing for annual bluegrass control.
https://www.gcmonline.com/course/environment/news/fraze-mowing-annual-bluegrass

Autor

Dr. Klaus Müller-Beck
Ehrenmitglied DRG
48291 Telgte
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